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Android-App-Check: Neongeo vs. c:geo

Durch die aktuelle Ausgabe des Geocaching-Magazins wurde ich auf eine App aufmerksam, die dort als “All-in-One” – Geocaching Lösung für Android Smartphones beschrieben wird. Für Andoid-Smartphones existiert bereits mit c:geoeine kostenlose und sehr umfangreiche Alternative zur 6,99€ teuren offiziellen Groundspeak-App, die auch in Sachen Funktionsumfang und Stabilität noch einige Userwünsche offen lässt. Grund genug für mich Neongeo einmal umfangreich auszutesten und auch im Vergleich zu c:geo sehen.
Während mit der Nutzung von c:geo ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Groundspeak gesehen wird, nutzt Neongeo die offizielle API-Schnittstelle und wird auch im “Partnering-Program” von Groundspeak genannt. Im Gegensatz zu c:geo kostet Neongeo jedoch dafür auch 3€, was aber immer noch deutlich günstiger ist, als die offizielle Groundspeak-App.

Der erste Kontakt

Die Installation verlief sowohl auf einem HTC Wildfire, wie auch auf einem Motorola Defy problemlos. Bei der erstmaligen Ausführung hinterlegt man seine Zugangsdaten für geocaching.com und bestätigt die Nutzung der API-Schnittstelle. Ich verwende mein Smartphone vorwiegend, um spontan cachen zu gehen, weshalb für mich die Kartenansicht und die Suche nach Caches eine entscheidende Funktion darstellt. Insgesamt lässt sich die App wie c:geo sehr intuitiv bedienen.

Im Gegensatz zu c:geo, werden die nächsten 4 Caches bereits mit Namen und Entfernungangabe aufgeführt. Diese “Cachelist” lässt sich über “settings –> customization” aber auch verkleinern, erweitern oder ausblenden. Ebenso hat man die Wahl, ob man die offiziellen Cachesymbole verwendet, oder auch die Kompassgröße usw. lassen sich dort nach belieben anpassen. Mit einem Klick auf ein entsprechendes Cache-Icon oder einem Cache aus der Cachelist, öffnen sich die wichtigsten Details. Angenehm im Gegensatz zu c:geo empfinde ich dabei die direkte Angabe der Cachegröße, ohne die  Beschreibung aufrufen zu müssen.

 

 

Ebenfalls sehr angenehm ist die Navigation mittels Overlay-Kompass, so verpasst man definitiv keine weitere Dose am Wegesrand. Mittels Klick auf den Kompass kommt man jedoch zu einer gewohnten Kompassansicht, wie man sie z.B. von c:geo kennt. Als Karten stehen einem dabei neben GoogleMaps auch GoogleSatellite und auch auch OSM zur Verfügung – alles, was man so braucht, wenn gleich c:geo z.B. mit OSMoffline oder der Radfahrerkarte weitere interessante Alternativen anbietet.

Feldversuch

Eines vorweg: Zwischen beiden Programmen habe ich auf meiner Tour nur Nuancen feststellen können. Ich habe jedoch Neongeo als etwas schneller wargenommen. Mit beiden Programmen kann ich mich mittels GoogleMaps-Navigation  zum Parkplatz führen lassen, Koordinaten eingeben und auch peilen. Im Gegensatz zu c:geo kann ich mir jedoch bei Neongeo auch die Childpoints direkt auf der Karte ansehen und auch eigene POIs setzen, die mir auf der “Cachekarte” angezeigt werden. Ebenso verfügt Neongeo über eine Mehrfachauswahl im Bereich des Cachetyp-Filters, so dass ich mir auch nur Tradis und Multis anzeigen lassen kann.

Beide Programme sind in der Lage GPX-Datein zu verarbeiten, um lästige “Ladezeiten” zu verhindern und auch den Datenstrom zu reduzieren. Bei Neongeo hat man jedoch zusätzlich die Möglichkeit bei GS zum Download bereitstehende PQs direkt herunterzuladen.
Was ich als großen Mehrwert empfinde, ist die Möglichkeit beim online-Log direkt Bilder mit hochzuladen. Das Loggen funktioniert bei beiden problemlos und auch Trackables können abgelegt werden, oder nur den Cache besuchen.

Etwas mehr bietet dagegen c:geo, wenn es um die Suchfunktion geht. Eine Suche nach Stichwort oder GCCode funktioniert problemlos, jedoch eine Suche über Koordinaten, Owner, gefunden von, oder der Adresse sucht man bei Neongeo vergebens. Das geht dann nur umständlich über das scrollen der Karte.

Bei meiner vielleicht vergleichsweisen kleinen Tour hat die Begrenzung der API wohl locker ausgereicht. Eine Statusabfrage konnte ich jedoch nicht finden. Mit 3 Cachelistings pro Tag, lohnt es sich jedoch für nicht-PM definitiv nicht.

Was noch bleibt

Als weiteres Gimmick bietet Neongeo eine “Follow me”-Option an, die nichts mit Twitter zu tun hat, sondern den genauen, oder ungefähren eigenen Standort anderen Nutzern auf der Karte symbolisiert – ähnlich wie geocaching live. Anscheinend können darüber auch direkt Nachrichten versendet werden – da der nächste jedoch 285km entfernt war, hatte ich auf einen Test verzichtet.

Bleibt noch als letztes der Support, bei dem man auch Wünsche einreichen kann. Dazu hat das one-person-Entwicklerteam Mikko Sarvela, aka martsa, ein Forum ins Leben gerufen und ein Wiki, in dem die wesentlichen Funktionen erläutert werden, existiert ebenfalls.

Fazit

Beide Apps eignen sich hervorragend zum Cachen mit dem Smartphone. Im Gegensatz zu c:geo erfordert Neongeo jedoch eine Premium-Mitgliedschaft bei Groundspeak. Die Investition von 3€ ist die App allemal wert und hat mit dem Overlay-Kompass, der Möglichkeit gespeicherte PQs direkt herunterzuladen und dem Anhängen von Fotos beim online-Log für mich ein kleines Stück die Nase vorne – trotz der etwas umständlichen Suchfunktion. Ob sich das “Follow me”-Gimmick zu einer nutzbaren Funktion entwickelt, wird wohl vor allem von der Verbreitung der App abhängen.

3 Antworten auf Android-App-Check: Neongeo vs. c:geo

  1. Kathi Januar 13, 2012 um 20:42

    Danke für diesen kleinen Vergleich. Für mich war der Beitrag hilfreich, immerhin bin ich Neuling in Sachen Smartphones und so zu sagen noch in der Test- und Findungsphase.
    Ich hab c:geo seit 2-3 Tagen auf dem Handy und es gestern erst mal mit Caches “gefüttert” um es auch offline zu verwenden. Kann man bei Neongeo auch einfach die GPX-Datein z.B. aus GC Tour draufladen?

  2. SammysHP Januar 13, 2012 um 20:42

    Hallo,

    ein schöner Vergleich, natürlich auch für mich als einer der Entwickler von c:geo interessant zu wissen, was die “Konkurrenz” so drauf hat. ;)

    > Im Gegensatz zu c:geo kann ich mir jedoch bei Neongeo auch die Childpoints
    > direkt auf der Karte ansehen und auch eigene POIs setzen, die mir auf der
    > „Cachekarte“ angezeigt werden.

    c:geo zeigt die Wegpunkte auch auf der Karte an (sofern die Karte für einen einzelnen Cache angezeigt wird oder auf der Live-Karte, wenn der Cache bereits aufgerufen wurde). Man kann auch eigene Wegpunkte (inkl. Peilung usw.) anlegen, die werden dann auch mit auf der Karte gezeigt.

    > Als weiteres Gimmick bietet Neongeo eine „Follow me“-Option an, die nichts mit
    > Twitter zu tun hat, sondern den genauen, oder ungefähren eigenen Standort
    > anderen Nutzern auf der Karte symbolisiert

    Nennt sich bei c:geo Go4Cache und arbeitet größtenteils genauso (Nachrichten lassen sich jedoch nicht verschicken). Hier gibt es eine Karte mit allen zur Zeit aktiven Cachern, welche c:geo nutzen und ihren Status freigegeben haben: http://www.go4cache.com/

    Gruß
    SammysHP

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