LBG Ruhrgebiet

Location Based Games im Ruhrgebiet – Geocaching, Munzee, und co.

Reisebericht Prag

Für vier Nächte ging es rund um Ostern in die Hauptstadt Tschechiens – nach Prag.
Neben den obligatorischen Touristenprogramm sollte die ein oder andere Dose natürlich nicht fehlen und bereits im Rahmen der Vorbereitung wurden Listings studiert, GPX-Datein generiert und aufs Handy und GPS gezogen.

BildLos ging es am morgen mit einer verdächtig kleinen Maschine – die bisher kleinste Verkehrsmaschine, mit der ich unterwegs war. So klein wie die Maschine war, so klein war aber auch der Preis. An Board gabs Karamelgebäck als Snack und nach 1,5h und einem holprigen Landeanflug erreichte man Prag.

Für den Transfer zum Hotel reservierte ich online bereits ein Taxi für 22€ - egal wo das Hotel liegt. Das sollte sich auch auszahlen, unsere Sitznachbarn vom Flug nehmen immer eins direkt vom Flughafen und zahlten immer 40-50€ für den Transfer.
Das Drei-Sterne Hotel, 10 Gehminuten von der Karlsbrücke entfernt, war preislich mit 53€ für das Doppelzimmer und Frühstück günstig, auch wenn die Ausstattung natürlich nicht den Fotos entsprach, die Zimmer einen neuen Anstrich vertragen hätten und auch das Bad etwas moderner hätte sein können. Für die Nächste sollte es aber auch angesichts des Preises ausreichen.

Nach der Ankunft ging es direkt zur ersten Gebietserkundung. Die Verkehrmittel der Wahl sind die Füße und der ÖPNV. Prag verfügt über ein außerordentlich gutes Netz von Tram, Bus und Metro – und mit 110 Kronen (ca. 5€) für das Tagesticket zu einem sehr günstigen Preis. Apropos Geld: wer vor Ort Geld wechselt, der sollte unbedingt die einzelnen Banken und Wechselstuben vergleichen. Am besten Fragen, wieviele Kronen man für 50/100 Euro erhält. Beim Fragen ergaben sich bei mir Unterschiede von bis zu 16% (siehe auch).

BildLos ging es in den nahegelegenen Petrin-Garten. Mit GC1E51 und GC30DYK gibt es dort gleich zwei Caches, die einen mit einer tollen Aussicht über Prag belohnen (auch sehr im dunkeln zu empfehlen). Für den Aufstieg auf den 327m hohen Hügel gibt es zwar auch eine Seilbahn…aber den schafft man auch noch so.
BildWer will, der kann von dortaus auch in Richtung Prager Burg schlendern. Unterwegs kommt man dabei am Balkon der deutschen Botschaft und damit auch an einem auch an einem Stück deutsch-deutscher Geschichte vorbei, der sich auch der Cache “Walking Trabant SP1” widmet. Wer den gemacht hat, der weiß auch wie die Prager an QTA-Stationen kommen. Solche findet man ein paar mal. Weiter hoch in Richtung Burg soll sich auch der Cache GC45832 verstecken – blieb mir aber trotz zweier Versuche verborgen. Im Gegensatz zu zahlreichen Caches in der Prager Innenstadt ist hier das Listing auch nur auf tschechisch – und da die slawischen Sprachen gefühlt nichts mit den germanischen Sprachen gemeinhaben, hat auch der Hint nicht geholfen. Es fällt auf, dass in Prag die meisten Listings von der Länge sehr ausführlich sind. Meist gibt es aber für Touristen eine englische kurze Zusammenfassung, sowie einen englischsprachigen Hint. Verlässt man jedoch das unmittelbare Zentrum kann man sich nicht mehr darauf verlassen.

BildBild Ein Besuch der Burg sollte jedoch gut geplant sein. Der Besuch ist ersteinmal kostenlos, auch einen Blick in den Veitsdom kann man kostenlos werfen. Wer jedoch Beispielsweise die Dauerausstellung und das goldene Gässchen besuchen möchte, der benötigt ein Kombiticket für 250 Kronen (ca. 10€). Ich würde aber einen zweiten Besuch ab 18Uhr empfehlen. Dann sind zwar bereits die Geschäfte und Ausstellungen geschlossen, wir kamen aber noch in den Veitsdom hinein und man kann auch das goldene Gässchen umsonst betrachten. Leider sit ein Besuch der Daurausstellung oder des Goldenen Gässchens nicht alleine buch-/bezahlbar.

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Ich muss gestehen, wir hatten überlegt, ob wir für das goldene Gässchen das Kombiticket kaufen – im Nachhinein hätten wir uns vermutlich geärgert. Die Häuser sind schön, doch die Geschäfte und angebotenen Handwerkswaren sind die gleichen wie an anderen Stellen. Für eine besondere Atmosphäre am Abend sorgt auch die Tatsache, dass man dann dort fast alleine ist.

BildFür den Weg herunter empfehle ich den östlichen Ausgang. Wer mag kann hier auch durch einen Weinberg gehen – auch wenn bei Wintertemperaturen nicht viel zu sehen war. Für den Weg nach unten gibt es im übrigen auch einen Wherigo, bevor man dann an einem interessanten Earthcache auskommt. In der Nähe findet man mit dem Cache GC1TTFZ übrigens eine Attraktion, die nicht im Reiseführer steht. In unmittelbarer Nähe kann man Abends übrigens auch einen hervorragenden Blick auf die Karlsbrücke werfen, der gleich mehrere Caches gewidmet sind…an der Stelle, wo auch die Schwäne und Enten gefüttert werden darf man aber keine Angst vor Ratten haben.

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Einen tollen Blick auf das nächtliche Prag hat man auch vom “Pavilon 1891” – Vogelhäuser werden auch in Prag als Cacheversteck genutzt.

Nach diesem Tag ging es auch schon in die Abendplanung. Etwas Essen und dann in das Prager Nachtleben eintauchen. Essen und trinken kann man in Prag im übrigen recht günstig – auch wenn es nicht mehr so billig ist, wie in unserem etwas in die Jahre gekommenen Reiseführer.

Astronomische UhrDer zweite Tag stand fest im Zeichen der Altstadt, Seifenblasenbzw. des östlichen Moldauufers. Hier finden sich zahlreiche sehr interessante und beeindruckende Stationen unseres Besuches. Über die Karlsbrücke gelangt man durch den Brückenturm zum Altstädter Ring. Hier pulsiert das Leben – und auch die Scharen der Touristen sind hier zu finden. Vor der Astronomischen Uhr und auf dem Old Town Square boten allerlei Künstler ihre Waren und Künste an und auch das jüdische Viertel ist füßläufig zu erreichen. Für eine Führung durch das jüdische Viertel bietet sich der Geocache GC18TGC an. In der Nähe befindet sich mit dem “The smallest House of Prague” auch ein Cache, der zumindest Coins aufnehmen kann. Einen Eintritt für das jüdische Museum und den Friedhof sollte man sich aber gut überlegen. Schnell ist man 15€ los, aber richtig was zu sehen gibt es außer Touristenmassen nicht. (siehe auch ein Artikel hierzu).
Tanzendes HausEin weiterer, etwas südlich gelegener Tradi, der auch TBs aufnehmen kann ist GC2X037, der dem tanzenden Haus gewidmet ist und schön konstruiert ist.
Cachen in der Innenstadt von Prag führt einen durchaus an Stellen, an denen man sonst womöglich vorbeigehen würde, zuviel darf man aber nicht erwarten. Meist sind es klassische magnetische Filmdosen – mal an Regenrinnen,  mal an Litfasssäulen, oder auch unter den Kappen von Verkehrsschildern – nichts was man nicht kennt,  oder ich konnte es nicht finden ;-)

WenzelsTag 3 sollte uns ins Umland führen. Ursprünglich war ein Ausflug ins nahegelegene Naturschutzgebiet Divoka Sarka geplant. Der Besuch im Nationalmuseum am Wenzelsplatz war doch etwas enttäuschend; ähnlich auch der Cache; da das Museum noch bis 2016 saniert wird und nur eine reduzierte Ausstellungsfläche, die sich auf die Zeit der Monarchie beschränkt, hat. Daher haben wir uns für einen weiteren kulturellen/geschichtlichen Ausflug nach Theresienstadt entschieden.

Wir wollten die Anreise mit den ÖPNV versuchen. Es werden zwar auch geführte Touren für ca.50€ angeboten, doch bei Anreise mit ÖPNV und Eintritt liegt man zusammen bei 288 CZK (ca. 12€). Mit der Metro ging es zum Busbahnhof Florenc. Die Rolltreppen in der prager Metro sind übrigens ein Highlight – sehr steil, sehr lang und bei hohem Personenaufkommen auch sehr schnell. Entgegen zahlreichen Internetberichten fährt der Bus nach Terezin aber nicht mehr ab Florenc, sondern jetzt nur noch ab dem Bahnhof Nadrazi Holesovice (Bussteig 7 88CZK einfache Fahrt). Unbedingt sollte man sich aber auch erkundigen, wann der letzte Bus zurück fährt.
Der moderne Reisebus bot auch freies Wifi, wie fast alle Hotels, Restaurants, Bars und auch Kneipen in Prag. Auf Roaming-Gebühren oder eine Prepaid-Karte ist man also nicht angewiesen.

Nach etwa 50min Fahrt erreichten wir die ehemalige Festung Terezin. Dort gibt es zwei Haltestellen, die erste an der kleinen Festung, die zweite in der großen Festung. Im Nachhinein würde ich unbedingt die zweite empfehlen, die sich in unmittelbarer zum Ghetto-Museum befindet und für den Rückweg an der kleinen Festung zusteigen.
TerezinSowohl die Stadt, wie auch die einzelnen Ausstellungen waren überraschend leer. Ich würde schätzen, dass sich an diesem Tag etwa 50 Touristen in Theresienstadt befanden. Im Ghetto-Museum erhält man auch einen Orientierungsplan, der einen durch die Stadt zu den einzelnen Stationen lotst.
Einzig der Aufbau und die Strukturierung der Gedenkstätte in der kleinen Festung war etwas irreführend. Hier fehlt es an Wegweisern/Lageplänen und Infotafeln, so dass wir mit Sicherheit nur einen Bruchteil gesehen haben. Diese Erfahrung teilten mit uns uns auch ein französisches und ein us-amerikanisches Päarchen, die ebenfalls mit dem Linienbus anreisten. Einen besonders faden Beigeschmack hinterließ aber eine Gruppe deutschsprachiger Holocaustleugner.
Auch dort gibt es natürlich auch Geocaches zu finden. Wer sehr viel Zeit hat und gut zu Fuß ist, der kann auch einen Rundgang um das Festungsgelände, bestehend aus zahlreichen Tradis, absolvieren. Ich bin jedoch lediglich GC2WDX1 angegangen (unbedingt vorher einen Blick auf GoogleEarth werfen) – mehr wollte ich dort nicht spielen und für mehr blieb auch keine Zeit. Terezin scheint aber auch eine Event-Hochburg zu sein. Aktuell sind dort  6 Events (alle am 25.5. und z.T. T5) und 2 CITOs (eins auch am 25.5.) gelistet.
Mit dem vorletzten Bus (man will ja auf Nummer sicher gehen) ging es zurück nach Prag.

HändlerDer letzte Tag bestand aus Bummeln, Stadt genießen und der Erholung von unzähligen Kilometern und Eindrücken. Obwohl wir zahlreiche Plätze und Straßen an diesem Tag zum dritten oder vierten mal entlanggegangen waren, entdeckte man an jeder Ecke wieder einen kleinen Laden, wieder eine neue kleine Gasse, wieder etwas neues. Beim bummeln fiehl auch auf, dass das Preisniveau für Kleidung der hier gängigen Marken in Prag ähnlich hoch, oder auch über deutschem Niveau liegt.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück bereits zurück zum Flughafen. Dort sollte man unbedingt den Cache in der Ankunfthalle mitnehmen. Ein small, der sich sehr passend in das Forum Havlum einbettet. Etwas außerhalb findet man mit GC25W1Y einen weiteren, etwas größeren Cache. Bodencontainer scheinen also doch keine deutsche Spezialität zu sein.

Wie das mit dem Urlaub so ist…meist ist er zuMusik schnell vorbei. Wir haben vieles gesehen von Prag, aber bestimmt auch einiges verpasst. Die Zeit verging wie im Flug und der Aufenthalt hätte durchaus etwas länger sein können – vielleicht kommt man ja auch mal wieder, denn Prag ist mindestens eine Reise wert. Viele Caches konnten gefunden werden, auch wenn einige geplante Caches aus der Vorbereitung nicht dabei waren. Geocachen stand nicht im Vordergrund der Reise, ließ sich in Prag problemlos mit dem Sightseenig kombinieren.

Ingress-Erfahrungen

Googles neuster Streich in Sachen Datensammlung ist Ingress. Das Spiel, das sich derzeit auch unter Geocachern verbreitet, habe ich mal ausprobiert und möchte von meinen Eindrücken berichten. Was genau Ingress ist und wie es funktioniert, wofür man wie viele Actionpoints (AP) erhält und so weiter…kann man bequem auch bei Wikipedia nachlesen.

Anmeldung
Nachdem ich meine E-Mailadresse unter Ingress.com hinterlegt hatte hieß es erst einmal warten. Nach etwa 2 Wochen trudelte eine Invitemail mit einem Activation ein und ich konnte mit dem Spiel beginnen. Zunächst gibt es einen Trailer und eine Art Trainingsprogramm, nach dessen Abschluss, oder Abbruch, ich mich für eine Seite entschieden habe. Die Trainingsmissionen konnte ich nicht durchspielen, bei Mission 3 stürzte die App regelmäßig ab, also musste es ohne Training weiter gehen.

Erster Kontakt
In der Mittagspause nutzte ich die Zeit für einen Spaziergang durch die Innenstadt, um mal nach Portalen Ausschau zu halten. Sofort fällt in der App auf, dass man eine ungefähre Reichweite von 600m hat. Portale, die weiter entfernt sind, bleiben einem verborgen, so dass man ohne, wenn auch kurze, Vorbereitung am PC nur eher zufällig über welche stolpert.
Portal gefunden, Portal erreicht, Hacken geklickt, und vielleicht noch ein paar Resonatoren aufgeladen – fertig.
Das Ganze kann man dann den ganzen Tag machen und in der Innenstadt, mit zahlreichen Portalen, bin ich dann in drei Runden die Portale abgelaufen und habe mich eingehackt. Zwischendurch wurden auch Portale verlinkt und mit den Verlinkungen ein kleines Feld erzeugt (auch wenn es schon wieder weg ist). Das  hat mich dann bereits auf Level 2 herauf gestuft.
Bereits bei meinen Runden in der Innenstadt fiel mir auf, dass die Portale eindeutig mit dem Smartphone eingemessen wurden. Die Portale befinden sich bevorzugt an Denkmälern/Statuen/Kunstwerken usw.. Da ich die Skulptur kannte bin ich also zu ihr hin, nur das Portal war nicht da sondern zwei Häuserblöcke weiter entfernt – natürlich auch nicht Sichtweite der Skulptur. Ein Portal ist auch einer Werbe-Statue gewidmet die gar nicht mehr existiert…
Qualitativ gefallen mir die Medien-Items, die man unterwegs aufnehmen kann, recht gut. Diese tragen zur Story bei und darin sollen auch Passcodes versteckt sein, mit denen man sich weitere Items aneignen kann. Dazu muss man jedoch ein bisschen Rätselarbeit leisten – oder Google befragen.

Zum Angriff
Nachdem ich nun also durch Verlinken, Hacken und Aufladen mit immer mehr Items und Erfahrungspunkten ausgestattet habe, ging es am Abend zum Angriff auf ein gegnerisches Portal, das auch an einem Feld beteiligt ist. Da zwischendurch natürlich der Akku aufgeladen werden musste, startete ich abends. Um noch ein paar Waffen einzusammeln, wurden noch eine Handvoll Portale angefahren um mich für den Angriff zu rüsten.
Angekommen im Zielgebiet, eine kleine verlassene Fußgängerzone, ging es los. Standort suchen, klicken, klicken, klicken, klicken…neuen Standort suchen, um möglichst nah an die Resonatoren ranzukommen und wieder klicken, klicken, klicken, klicken…Das ganze dauerte etwa 25 Minuten.
Irgendwie war das Ganze aber doch recht ermüdend. Man schleicht durch die Fußgängerzone, um einen möglichst erfolgreichen Standort zu finden und klickt und klickt und klickt…
Sind die gegnerischen Resonatoren zerstört, so muss das freie Portal noch mit eigenen bestückt werden. Gerade als der letzte Resonator gesetzt werden sollte, tauchte die Spielleitung in Form zweier uniformierter Herren in grün auf…

Ausweiskontrolle
Ein besorgter Mitbürger hat angerufen, dass eine auffällige Person zwischen den Häusern herumschleicht. Also Ausweis herausgeholt und erklärt, dass ich ein Spiel spiele und ein gegnerisches Portal zerstöre, um letztendlich die Gedankenkontrolle über die Einwohner des Gebietes zu erlangen. Irgendwie schien die Beamten meine Erklärung jedoch nur mehr zu verwirren…Ergebnis: Taschenkontrolle, Alkohol- und Drogenschnelltest im Wagen.
Nachdem ich nun schon im Wagen saß und  nun die App erklärte, konnte ich wieder gehen. Es gab einen Platzverweis und ich wurde die 200m zu meinem Wagen begleitet. Zum Abschied empfahl man mir ein etwas unauffälligeres Spiel – ich sollte Geocaching mal ausprobieren.

Auf dem Weg nach Hause wollte ich aber nicht aufgeben. Also noch ein Portal angesteuert: evangelische Kirche Werden.
Das Bild stimmt, das Portal ist auch recht genau auf einer Kirche gelegen…auf der katholischen Basilika St. Ludgerus…man lebt ja nicht zu Zeiten des 30jährigen Krieges – macht also nix…Hacken und weiter zum Portal Kamillushaus. Hier stimmte schon das Bild nicht. Das Bild und die Lage entsprechen dem Stadtteil Rathaus und sind rund 1km vom entsprechenden Kamillushaus entfernt…

Fazit
Ingress hat eine interessante Story, die auch durch unterwegs findbare Videos weiter geschürt wird…auch wenn mir noch unklar ist, worauf es insgesamt hinausläuft… Das Spiel und die App sind intuitiv recht schnell bedienbar, einzig der unzureichende Blickradius in der App ist eine Katastrophe.
Das Spiel selber hat etwas von wiederholten Powercachen auf demselben Trail. Um weiterzukommen muss man möglichst viele Portale hacken. Also geht man dorthin wo viele sind und läuft sie immer und immer wieder an. Bevorzugt findet man die Portale im innerstädtischen Bereich, oder zumindest verkehrsgünstig gelegen. Daher brauchte ich, außer für die Portale in den Fußgängerzonen, noch nicht einmal das Auto verlassen. Wer jedoch erwartet, dass die Portale auch etwas über den Ort verraten, der irrt sich. Es gibt zwar einen Link mit “more Infos”, doch bei keinem der Portale fanden sich weitere Informationen.
Mir ist es auch schleierhaft, wie trotz eines Review-Prozesses neue Portale an solch eklatant falschen Orten auftauchen können. Hat Google nicht genügend Informationen…ein Blick ins hauseigene Suchergebnis, auf die hauseigene Karte, oder ins hauseigene Streetview hätte bereits diese Fehler verhindern können. Eine “Meldefunktion” für solche Fehler konnte ich aber bisher auch nicht finden. (Nachtrag: siehe Kommentar von Andy: es geht doch)
Hat man erst einmal ein Portal übernommen, so muss es auch gepflegt werden. Also muss man es immer und immer wieder anfahren und ggf. aufladen, verstärken, verteidigen…am besten mindestens einmal täglich. Das mag vielleicht bei Portalen auf dem Weg zur Arbeit funktionieren, aber ansonsten kann ich mir das für mich kaum vorstellen. Dafür kann man aber auch die Kommunikationsmöglichkeit mit den Angehörigen der eigenen Fraktion nutzen – was auch redlich angenommen wird.

Ingress hat eine interessante und gut aufrechterhaltene Story und ich kann ein Suchtpotenzial im Spiel nicht bestreiten – aber für mich ist es wohl nichts.
Gefühlsmäßig starre ich mehr aufs Handydisplay, als auf das GPS beim geocachen. Der Ort selbst spielt auch eine noch weiter untergeordnete Rolle. Es werden gezielt “interessante Objekte” als Portal genutzt, mehrfach konnte ich aber nicht erahnen was hier gezeigt werden sollte bzw. wo es sich nun befand, geschweige denn es waren irgendwelche weiteren Infos abrufbar. Ich frage mich jedoch auch, wie eng denn nun die Portale aneinander liegen müssen. Je nach Standort konnte ich mich in bis zu vier Portale hacken ohne eine Schritt zu gehen…und den Blick brauchte ich sowieso nicht vom Display heben. (Das Ganze geht auch noch weiter: etwa 18 Portale sind dem Reichstag in Berlin/ca. 30 Der Siegessäule  gewidmet bzw. in unmittelbarer Nähe)
Man verfährt/läuft viele Kilometer auf immer gleichen Wegen, um sich für den nächsten Angriff zu rüsten, oder um die eigenen Portale zu schützen. Mit einem Spiel im grünen hat es auch nichts zu tun, da die meisten Portale im urbanen Gebiet liegen und wortwörtlich im Vorbeifahren gehackt werden können. Die Angriffe erfordern Zeit, Akkuleistung und ein Laufen im engen Radius…und können auch zu Erfahrungen mit der Polizei führen – auch wenn das wohl die Ausnahme sein sollte.

Warum ich mir das cachen nicht verbieten lasse…

Keine Frage; wir leben “in Zeiten des Umbruchs”.
Geocaching mit all seinen Auswüchsen rückt immer mehr in die Öffentlichkeit und damit auch in die Schusslinie zahlreicher Interessensvertreter.
Es steht auch nicht zur Diskussion, dass wir (und damit auch ich) aktiv zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Herrscharen von Geocachern suchen die Powertrails im Lande heim – mit entsprechenden Folgen, Nachtcaches sprossen aus dem Boden, es wurde geschraubt, gemalt, gebaut, betoniert, aufgebrochen,…Ich bezweifel nicht, dass sich einiges ändern müsste; das respektvoller mit der Natur umgegangen werden müsste, das Sachbeschädigungen keinen Platz haben, usw.

Etwas jedoch irritiert mich. Immer wieder ließt man in Foren und Blogs Aussagen in der Art von:

Wenn sie nur am Ort interessiert sind, warum muss es dann im Rahmen des Geocachings sein? Damit schadet man ob gewollt oder nicht dem gesamten Hobby…
[Quelle Geoclub - im Zusammenhang mit extremcaching.de]

Wer will, soll LP besuchen, aber last doch einfach die Dosen weg.
Wer will, soll Bäume und Feldwände hochklettern, aber last doch einfach die Dosen weg.
Wer will soll in Höhlen rumkriechen, aber last doch einfach die Dosen weg.
Man muss doch nicht auf Teufel komm raus alles mit Geocaching verknüpfen!
[Quelle Geoclub - im Zusammenhang mit extremcaching.de]

Aber: Warum muss man unbedingt das ganze unter der Flagge des Geocachings betreiben? Wenn irgendeiner auf dieser Plattform Schei**e baut, waren es die Geocacher!
[Quelle JR849]

Egal ob Geocaching.com, Opencaching.de, Opencaching.com oder wie auch immer die Plattform heißen mag, das Listing bereit hält und es findbar ist, und auch gesucht wird, wird sich dieser Grundeigentümer über die uneinsichtigen Schatzsucher ärgern.[...]
Jeder ist gefragt, unser Hobby zu erhalten
[Quelle: Das Lange Suchen - Im Zusammenhang mit der Auslagerung einiger Caches nach OC.de]

Nein. Ich werde nicht den Grundstückseigentümer fragen, bevor ich dort einen Cache lege.
Ich habe diesen “Dialog” bereits mehrfach versucht – es ist eine Arbeit, die ich nicht einsehe. Da kann jemand in Seattle mir vorschreiben was er will. Für einen gemeindeübergreifenden Wandermulti von 16km Länge und reinen Ablesestationen auf Wegen habe ich es versucht. Ich habe mit insgesamt 12 Personen über Wochen direkten und indirekten Kontakt gehabt…und es wurde nicht erlaubt, weil der Grundstückseigentümer befürchtete, der Jäger könnte gestört werden, der damit einverstanden war. Nein ich mache das nicht.

Nein. Ich werde mir auch nicht vorschreiben lassen, wie ich cachen gehen soll.
Ich mag LPs. Ich besuche LPs auch ohne Dose und manchmal ist das noch schöner. Ich werde es aber auch weiter machen. Ich werde auch weiter Höhlen befahren und dafür fahre ich auch mal ein paar Kilometer. Ich laufe dafür auch einen 12km langen Kreis durch den Wald. Ich werde mich auch weiterhin abseits der Wege durch den Wald bewegen, solange dies dort erlaubt ist.

Nein. Ich werde mich weiter Geocacher nennen.
Ich bin Geocacher und bleibe Geocacher – solange, wie ich entlang meines Weges eine Dose suche. Sei dies nun ein Logbuch in einer Höhle, nachts, auf einem LostPlace, einem Bunker oder im Unterholz.

Warum?
Das sind für mich essentielle Aspekte des Hobbys. Es ist nichteinmal 1,5 Jahre her, da veröffentlichte Groundspeak ein Video von der “Stadt im Wald” – als Geocaching. Vor drei Monaten veröffentlichte Groundspeak ein Video zur Vorstellung von Nachtcaches. Und nun verbietet/schränkt es eine Plattform deutlich ein – und das ist in Ordnung. Trotzdem lasse ich mir nicht verbieten LPs zu besuchen und dort ein Logbuch zu suchen – wenn auch vielleicht eines, das auf einer anderen Plattform veröffentlicht ist.
Aber auf einer anderen Plattform betreibe ich das selbe Hobby. Ich für meinen Teil bin dann weder ein Opencacher, noch ein Garmin-Opencacher noch ein Terracacher, noch ein Extremcacher, oder wie immer die Plattform heißen mag – ich bin Geocacher – oder seit wann bin ich Groundspeaker?

Solange ich keinem Verein oder einer sonstigen Institution unterworfen bin, kann ich das Hobby betreiben, wie ich es möchte.

Was ich aber mach – ich halte mich dabei an geltende Gesetze – wenn wir das mit LPs mal ein wenig “ausklammern”.
Ich verlasse den Weg, wo dies durch das Betretungsrecht gedeckt ist und nicht im NSG.
Ich beschädige kein fremdes Eigentum – auch keinen Baum, so dass dem Besitzer ein wirtschaftlicher Schaden entsteht.
Ich betrete keine Fledermausquartiere zwischen Oktober und März. Aber beispielsweise kleine Bunker, die im Winter deutlich zu kalt sind…
Ich gehe respektvoll mit der Natur um – ich hinterlasse keinen Müll, fahre nicht mit dem Auto durch den Wald, jage mit der X21 keine Rehe…
Ich versuche andere nicht zu belästigen. Ich laufe nicht grölend nachts durch das Wohngebiet, ich versuche den Jäger nicht zu stören, ich trampel nicht in Vorgärten rum, ich schleiche nicht um irgendwelche Regenrinnen vor Kindergärten herum…und sollte das aus Versehen dennoch geschehen (wir sind ja alle Menschen), dann suche ich nicht den Konflikt.

Manchmal hört man Geocaching steht kurz vor dem gesetzlichen aus – Belege bleiben diejenigen jedoch bisher aus die das verbreiten. Geocachen kann auch gar nicht vor dem gesetzlichen Aus stehen. Wenn ich mich an geltendes Recht halte, so kann man es mir garnicht verbieten.
Wenn ich eine Wandervorschlag mit dem GPS abgehe – dann ist das mein Recht. Und wenn jemand auf seiner Website, einem Forum, via Twitter oder sonstwie verbreiten will, dass jeder erfolgreiche Wanderer sich in sein “Wanderbuch” eintragen kann – dann ist das sein Recht…auch wenn er es Logbuch nennt und dafür einen zentralen Anbieter wählt.
Wenn ich eine Höhle innerhalb der gesetzlichen Regelungen befahre und mich in das Höhlenbuch eintrage -  dann ist das mein Recht – auch wenn es statt Höhlenbuch Logbuch heißt…
Wenn ich einen Berg besteige und mich in das Gipfelbuch eintrage – dann ist das Recht – auch wenn es in dem Fall Logbuch genannt wird…
Wenn ich innerhalb der gesetzlichen Regelungen tauche und meine Initialen auf eine dafürvorgesehe Tafel schreibe – dann ist das mein Recht…und ich darf es sogar öffentlich verbreiten, via Twitter, mit Foto, auf einer oder meiner Internetseite, in Blogs, oder auch als Zeitungsanzeige.
Wenn ich durch das Unterholz streife und Pilze suche – und mich jemand an die besten Plätze via Koordinaten leitet und als Dank ein paar Zeilen in seinem “Pilzesammlerband” erwartet – dann ist das sogar in zahlreichen NSGs mein Recht.
Wenn ich nachts eine Halde im Ruhrgebiet betreten möchte (auch sowas wurde schon archiviert), um die Aussicht zu genießen – dann ist das mein Recht – auch wenn dabei an einer besonders schönen Stelle ein Logbuch zu finden ist, oder ich dort ein Foto von meinem GPS mache und es anschließend hochlade…ich darf sogar unterwegs Sudokus lösen, Binärzahlen umwandeln und Anrufbeantworter anrufen – es ist mein Recht.
Ich betrete LPs – ja. Kann das Hausfriedensbruch darstellen? Möglicherweise. Bin ich dort schonmal vom Eigentümer/Verwalter angetroffen worden – ja…und immer und ohne Ausnahme ergab sich ein zum Teil sehr interessantes Gespräch und man durfte mit der Kamera weiterziehen. Es wurde geduldet – ein Recht ist hieraus aber nicht abzuleiten.

Und wenn nun an meinem Weg ein Logbuch für mich zufinden ist, dann bin ich geocachen – egal wo entlang der Weg mich führte. Und solange ich ein paar Punkte beachte sogar mit Recht. Und wenn ich hier in dem Blog einen Wandervorschlag vorstelle und als Ziel eine Schatztruhe mit Ü-Eierfiguren angebe und jeder erfolgreiche oder nichterfolgreiche Wanderer sein Feedback als Kommentar hinterlassen soll – dann darf ich das – und ich darf es “Geocaching” nennen.

Geocaching unzumutbar – eine alternativlose Entwicklung

Die Änderungen in den Ausführungsbestimmungen des niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung sind und werden ja bereits ausführlich in verschiedenen Blogs und natürlich im Geoclub thematisiert. Kurz zusammengefasst, Geocaching kann als unzumutbar angesehen werden und wird damit nur noch eingeschränkt durch das Betretungsrecht gedeckt. Wer sich dennoch reinlesen möchte, dem sei die kommentierte Version von JR849 empfohlen. Weitere Infos gibt es auch bei DasLangeSuchen und im Geoclub.

Dabei ist Niedersachsen dem Geocaching ans ich nicht per se so ablehnend. Das vom Land geförderte “Geocachingprojekt Cuxnatur” hat immerhin ein Projektetat von rund 25.000€ – und bereits 2010 wurden diverse Geocaching-Projekte finanziell unterstützt. Die Chancen, die die digitale Schatzsuche für den Tourismus birgt, scheinen also erkannt zu sein.

Ob nun der Vorstoß Niedersachsens tatsächlich “die Spitze des Eisbergs der Geocaching-Restriktionen” (JR849) ist, bleibt abzuwarten. Immerhin sorgte bereits 2011 die Novellierung des hessischen Jagdgesetzes für Aufregung – aber es werden immernoch Nachtcaches in Hessen veröffentlicht, bei denen laut Listing der Weg zumindest für ein paar Meter verlassen werden muss (nein, hierzu gibt es keinen Link). Vielleicht verschallt diese Ausführung ähnlich im Nirvana der Gesetze…
Trotzdem ist Geocaching mittlerweile von der Mitte der Gesellschaft zur fast gesetzlichen Grauzone gelangt…und auch ich bin überzeugt das die Restriktionen noch weiter fortgesetzt werden und daran sind wir durch unser Verhalten, aber auch durch die Organisationsstruktur selber Schuld.

In Foren, Facebookgruppen, Blogs und via Twitter werden die neusten Sanktionen und Regelauslegungen munter diskutiert. Dabei bekommen das vielleicht 2% der Geocacher mit, von denen 25% die “Vergrabenregel” oder die “paar Schrauben” vollkommen egal sind. Der Rest der Geocaching-Welt geht einfach Cachen und sieht von den Sanktionen nichts – wie auch, in der Realität ist der Bodencontainer durchaus üblich und Schrauben an Bänken (und vielleicht Bäumen), Aufkleber an Verkehrsschildern oder Schlagzahlen an Schranken/Metallpfählen gehören fast zur Tagesordnung. Die Geocacher sind dezentral, bis garnicht, organisiert. Die Folgen zeigten sich auch bei meinem Versuch Ansprechpartner bei den Ruhrgebiets Kommunen für Geocacher ausfindig zu machen. In Duisburg sagte man mir damals sinngemäß “Was soll das bringen. Das ist ein loser Haufen, der sich auf verschiedenen Internetseiten tummelt und einen Ansprechpartner haben wir auch nicht.”
Der Strom der Geocacher lässt sich nur noch von obenherab in geordnete Bahnen lenken. Dafür hat Niedersachsen nun einen Schritt nach vorne gemacht, in dem es Geocaching ohne Einwilligung des Grundstückeigentümers als potenziell unzumutbar erklärt. Groundspeak verlangt zwar per se eine Einwilligung, aber wer hält sich denn schon an “I have read and understand the Cache Listing Requirements and Guidelines”, wenn die Realität anders aussieht.

Wie könnte man diese Entwicklung also noch stoppen oder positiv beeinflussen? Garnicht. Wer sollte denn die Lobbyarbeit für Geocacher übernehmen? Der deutschen Wanderjugend wurde es früher häufig unterstellt, und selbst als Garmin mit dem Deutschen Wanderverband ein Positionspapier zum “naturverträglichen Geocaching” erstellte, wurden diese für ihre Anmaßung im Geoclub zerissen – und nochmehr in diversen Blogs. Wer maßt sich also an die Interessen der Geocacher zu vertreten, wenn die Geocacher nicht vertreten werden wollen. Lediglich Groundspeak versucht durch Präsenz bei diversen Messen etwas Öffentlichkeitsarbeit zuleisten. Ohne eine entsprechende Lobbyarbeit bleibt die Entwicklung mit den zunehmden Restriktionen aber in der Tat “alternativlos”. Die verschiedensten Interessenvertreter schauen nicht mehr tatalos zu, wenn die Geocaches mit ihren Folgen wie die Pilze aus dem Boden schießen. Wie lange man sich bei Groundspeak also noch mit dem bloßen Haken bei “I have read and understand the Cache Listing Requirements and Guidelines” zufrieden gibt, bleibt abzuwarten. Wirklich alle Cacheowner erreicht man nur noch über den Review-Prozess (zumindest bei Groundspeak).

Egal…

Du hast von einem neuen Hobby erfahren…einem geheimen Hobby. Es spielt sich im Vorborgenen ab…mit einem komischen Gerät, das du vor anderen Menschen versteckst, wenn sie dir entgegen kommen. Doch egal; du erzählst es Freunden, Arbeitskollegen und wenn sie fragen auch den Redakteuren.
Du siehst plötzlich andere. Sie verstecken die komischen Geräte nicht. Sie tragen tragbare T-Shirts mit Koordinaten und haben entsprechende Aufkleber auf den Autos. Du versteckst dich nicht mir. Warum auch, ist doch egal. Kaufst dir T-Shirt und Aufkleber.

Du findest einen Cache. An den Baum geschraubt. Doch es ist egal, wen soll es schon stören. Einer moniert es…er wird zerrissen. Es ist doch egal, der Jäger macht das auch mit seinem Hochsitz, der Förster mit dem Wanderzeichen…es ist egal.

Du gehst zu deinem ersten Event. Du lernst jede Menge Leute kennen und triffst einen Arbeitskollegen. Du wunderst dich. Hat er nicht ein halbes Jahr nach dir angefangen – er hat ja doppelt so viele Funde. Es ist dir nicht egal. Du beschließt auf dem Heimweg noch ein paar Dosen einzusammeln.
Du kommst aus dem Lokal raus. Es regnet aus Eimern…doch egal…ein paar Tradis gehen noch. Schnell das Gerät angeworfen und die nächsten Dosen angesteuert.
Ein Feldweg…noch 90m bis zur Dose am Waldrand. Es schüttet noch immer. Egal…du fährst mit dem Auto zum Cache. Kannst nun wenigstens was im Log berichten: “Beinahe im Matsch stecken geblieben. TFTC”. Du sammelst noch 5 weitere Dosen ein bevor du zu Hause ankommst. Du überlegst, was du schreiben könntest, kannst dich an zwei aber schon nicht mehr erinnern…du schaust in die letzten Logeinträge “Schnell gefunden Danke” – ach egal – du schreibst “Schnell gefunden. Danke”

Montag…du siehst deinen Arbeitskollegen wieder. Es wurmt dich wieder…diese unverschämt hohe Zahl. Grinst er dich deswegen an? Noch auf der Arbeit planst du das Wochenende. Du wolltest einen Wandermulti machen – mit der Familie – doch egal, der kann warten. Powertrail nur 50km entfernt. 100 Dosen an einem Tag – Wochenende gerettet.

Du bist vom PT genervt…doch egal. Du bückst dich alle 161m. Suchen musst du nicht, denken musst du nicht und dank der Cacherautobahn brauchst du noch nicht mal das Navi. Runter vom Weg, bücken, loggen, auf den Weg…du siehst die Naturschutzschilder…aber egal. Sind ja nur 8m vom Weg – im Listing steht der Weg muss nicht verlassen werden – egal, bist kein Spielverderber.
Du musst zu Hause wieder loggen. Es ist spät. Jede Dose ist ähnlich. Du logst wie beim letzten Mal. “Schnell gefunden. Danke” – ist ja schließlich egal.

Du machst dir Gedanken über das Wochenende. Ist es das, womit du angefangen hast? Du schaust ins Forum. Flachcaches werden sie genannt. Doch scheinbar sind sie egal “Jeder Cache hat seine Berechtigung und übt für irgendjemanden einen Reiz aus”, “Du musst sie nicht suchen”, “Geschmäcker sind verschieden”- also egal. Qualität?- egal, kann man eh nicht messen.

Du planst deinen ersten Cache. Nichts großes, etwas einfaches – Micro an der Toreinfahrt zur Firma. Du kannst ihn von deinem Fenster aus sehen. Vielleicht siehst du noch andere Arbeitskollegen an der Dose. Filmdose hin, Listing raus – warten. Gefunden. Du freust dich auf den ersten Logbucheintrag – “FTF Schnell gefunden Danke” – ach egal.

Du triffst dich mit deinem Arbeitskollegen. Erster Nachtcache. Er zeigt dir seine neue Taschenlampe. Unverschämte 2000Lumen – du bestellst noch via App die gleiche – größer war ausverkauft – Preis egal. Unterwegs seht ihr sie; die dynamischen Doppelreflektoren. Sie schauen dich an. Der Kollege leuchtet zurück. Sie hüfen auf und ab. Versuchen zu fliehen. Ihr amüsiert euch – habt einen schönen Abend.

Du bist älter geworden. Du willst nun mehr. Einen Nachtcache. Der Kollege hat auch einen Multi. Mit einigen Favoritenpunkten. Du willst mehr…einen Nachtcache. Du bastelst und kaufst Technik. Du beginnst zu planen – Größe egal, Hauptsache groß. Blinkend, mit Geräuschen, Knöpfen, Sirenen, alles was der Elektronikladen hergibt. Location…egal…
Du schaffst alles alles an den Stadtrand. Wegführung am Wohngebiet vorbei – egal geht nicht anders. Das Reaktivlicht mit 7-Segmentanzeige im Vogelhäuschen, Schalter, Sirenen, Kabel, diverse Dosen, Schilder,…alles muss ins Gelände. Du fährst mit dem Auto ran. Forstweg…egal…du hast da dein Jagdschutzschild an der Windschutzscheibe. Das Vogelhäuschen muss an den Baum – Akkuschrauber – ist ja egal, machen die anderen auch. Der Förster und der Jäger sowieso. Du verbuddelst Kabel…ist egal…machen die anderen auch…nie jemand beschwert.

Listing fertig und nun warten…publish Freitagabend. Die ersten ziehen los. Noch am selben Wochenende erhältst du 30 Logs. Lange Logs, lobende Logs. Du gehst montags wieder zur Arbeit…grinst deinen Kollegen an.

Wochenende. LostPlace soll es sein. Du studierst die Logs. “Aufgegriffen vom Bundesgrenzschutz” “Spielleiter in grün”…ach egal…muss man halt leise sein. Du parkst…gehst zum Eingang – dem Loch im Zaun – Betreten verboten Eltern haften für ihre Kinder – egal bist kein Kind. Es hat dir gefallen, der Charme, der Nervenkitzel. Du musst loggen – ein langes lobendes Log. Diesmal kein “Schnell gefunden Danke”.
Du erzählst anderen davon. Wie gut er doch war – der Geocache. Ist das nicht verboten…ach egal…so lange es keiner sieht.

Du bist gestresst. Pendelst zwischen Gotteshäusern und Frittentempeln. Die Caches – sie gefallen dir nicht. Doch egal…die Homezone muss frei bleiben “schnell gefunden. Danke”.
Sollst du den Owner anschreiben? Ach egal…warum aufregen. Gefunden ist gefunden ist weg von der Karte. Sie sind dein tägliches Brot – ordentlich gegessen wird am Wochenende.
E-Mail. Hamptibampti74 contacting you. Erster Bilck – 175 Funde – zurück zur E-Mail.
Kritik…die Dose an der Toreinfahrt. Location, Müll, Hundepisse, Pförtner beschwert sich…egal…soll sich nicht so anstellen…soll erstmal so lange dabei sein wie du. Die anderen sind auch nicht besser.

Neues Ziel. Matrix – möglichst schnell. T5-Wochenende. Rauf auf den Baum. Kambiumschoner? Egal, der Ast hat eh schon gelitten. Würde nur Zeit kosten. Einer mehr oder weniger ist egal.
Matrix voll.

Neuer Cache in Planung. Klettern – die ultimative T5-Herausforderung. Dose an einer ehemaligen Eisenbahnbrücke – Zugang verboten. Egal, auf der anderen Seite ist kein Schild. Abstandskonflikt – egal, macht nix, machst nen Mystery draus. Hin zur Brücke – Akkuschrauber altbewährt.
Listing fertig…warten auf publish. Publish mit zwinkerndem Smiley. Du lehnst dich zurück – alles ist gut.

Du wirst älter. Du hörst sie, die Kritik. PR-Arbeit ist nötig.
Morgens los mit dem Auto – rauf auf den Feldweg – Tradi loggen. “A Cache a day keeps the doctor away” – “100+x Tage Challenge”
Tradi am Straßenrand  – Halteverbot egal – Tradi loggen. Bu bist wieder gestresst. 10Uhr CITO im NSG Hastenichtgesehen. 16 Uhr Termin zum Rudelcachen…im benachbarten NSG, 19Uhr Event, 22Uhr Nachtcache.

Neuer Cache in Planung. Multi im Wald. Nichts großes, die Wartung nervt. Die Flachcacher machen eh alles kaputt. Cache gelegt, bei den Waypoints beschissen, alles wie immer und wie immer egal.
Listing fertig. Reviewer contacting you.
Genehmigung? Du verstehst die Welt nicht mehr…nicht egal…

Anmerkung: Ich nehme mich von einzelnen, vielleicht sogar von mehreren Punkten nicht aus.

Wie Groundspeak die Spieler entglitten

Geocaching ist ja eigentlich ganz einfach.
Irgendjemand versteckt einen Behälter mit Logbuch und Nippes an einem attraktiven Ort und veröffentlicht die Koordinaten im Internet. Er freut sich, wenn sein Behälter gefunden wird und der Sucher freut sich einen schönen Ort gezeigt zu bekommen, vielleicht eine nette Geschichte dazu oder einfach eine schöne geführte Wanderung genossen zu haben.
Groundspeak stellte nun die Plattform…und alles war. Groundspeak tat und tut dies aber nicht nur aus Liebe zum Spiel – vielleicht auch ein wenig – aber Groundspeak ist vor allem eines – ein Unternehmen, das wie die meisten Unternehmen umsatzorientiert ist. Für Groundspeak stellt sich dann die Frage, wie man den Umsatz steigern könnte. Schließlich ist man nicht viel mehr als jemand, der eine Benutzeroberfläche und Server spendiert…man entwickelte viele Ideen,
es wurden Trackables (die nicht mehr sind als ein Stück Blech oder ein rundes Metall sind) ins Leben gerufen. Die haben z.T. Sammlerwert und erzeugen auch heute noch den ein oder anderen diabolischen Aufruhr in der Szene. Das schöne ist, man kann sie nicht nur verkaufen, man bindet so die Kundschaft auch an die eigene Plattform.
man erschaffte eine priviligierte Mitgliedschaft mit einem schnellen Zugriff auf die Datenbank und noch das ein oder andere Extra für einen Preis, der den Einstieg erleichtert
man setzte auf Werbeeinnahmen
und und und…
doch am Ende hilft für das Wachstum nur eines – mehr Cacher. Die Frage ist doch nun, wie man mehr Cacher bekommt. Nicht nur das Geocaching als Hobby irgendwie in die Öffentlichkeit muss, dass geschieht von alleine, man braucht vor allem viele viele Caches. Wenn ein neuer, potenzieller Kunde auf die Karte schaut und keinen Cache in seinem Umkreis hat, dann wird er kein Kunde. Jeder bei GC gelistete Cache ist eine Art Werbung für die Plattform – und damit ersteinmal gut.

So ließ man sie gewähren, die Cacher, die auch in Scharen kamen und ihre Caches bei GC veröffentlicht haben. Und sie waren treu…andere Plattformen ignorierten sie weitgehend. Sie kamen und legten Caches. Es kamen die Smartphones und es kamen noch mehr Cacher – und man ließ sie gewähren. Natürlich brauchte man ein paar Regulierungen, insbesondere um Ärger aus dem Weg zu gehen. Da ist die Sache mit dem Privatbesitz und natürlich dürften solche Caches nicht bei GC veröffentlicht werden – überwachen sollten das via Ferndiagnose die ehrenamtlichen Mitarbeiter und die drückten gerne mal ein bis zwei Augen, manchmal auch das Hühnerauge, zu. Es tut ja keinem Weh und stört auch niemanden.

Doch dann kam irgendwie alles ganz anders. Die Cacher legten irgendwie andere Caches. Sie zeigten nicht immer schöne Orte, die Einträge im Logbuch waren auch egal – sie malten Symbole und Schriftzüge auf die Cachekarte. Sie legten Caches um eine möglichst lange Schlange auf die Karte zu zeichnen – aber man ließ sie gewähren.
Sie wurden kreativ. Entwickelten blinkende Technik, zogen Nachts in den Wald, vergruben ganze Mülltonnen in den Wäldern, schraubten Vogelhäuser (manchmal mit blinkender Technik) in die Bäume. Sie interpretierten Geocaching irgendwie etwas anders – aber man ließ sie gewähren. Wenn nicht der Behälter an sich zählt, dann die Art, wie man in ihn gelangt – aber man ließ sie gewähren.

Doch dann kam irgendwann ein Punkt – vielleicht der Peak-Geocaching – da sah man sie, diese einst verborgenen Freaks mit den komischen Geräten. Sie waren angekommen in der Gesellschaft, da wo Groundspeak vielleicht einst hinwollte. Man kannte sie, es wurde über einen geredet. Doch etwas war anders…man redete nicht nur positiv. Da kam es ans Licht, das Treiben nachts im Wald, die Schrauben in den Bäumen, die Trampelpfade in den Naturschutzgebieten, die Autos die auf den Feldwegen entlang fahren, die vergrabenen Mülltonnen, die Auforderung zum Hausfriedensbruch. Und das gefährdet vor allem eines – das Unternehmen Groundspeak.

Groundspeak muss reagieren. Man verweißt auf die Regeln die man extra für solche Fälle erschuf, man dehnte sie sogar noch weiter aus. Man achtete auf ihre Einhaltung und die Hühneraugen wurden nicht mehr zugedrückt. Doch ein Rädchen im Getriebe blockiert, es knirscht, etwas will nicht so richtig mitspielen…es ist ein Teil der Spieler, die dieses Spiel spielen. Sie spielen Geocaching anders – anders als Groundspeak es für sich entdeckte. Anders als den Behälter mit Logbuch an einem interessanten Ort. Sie kennen es als nächtliche Wanderung im Wald, begleitet von blinkenden Lichtern, und Verstecken, die im Boden eingelassen sind. Sie kennen es als Hinweisgeber und Führer über den nächsten Lostplace, sie kennen es als Herausforderung für die nächste Kletteraktion. Sie änderten die Richtung des eigentlichen Spiel, sie änderten die Regeln und müssen nun zurückgeholt werden.
Vermutlich zu spät – der Schaden ist da, doch die Cacher werden bei Groundspeak bleiben. Wo sollen sie sonst auch hin…ob sie aber das Spiel dann wieder anders spielen…

Beschränken die Guidelines die Kreativität?

Vor nicht mal zwei Wochen schrieb ich noch, man solle doch einfach in den Wald gehen, sich an der Natur erfreuen und vielleicht ein paar Caches suchen. Wem die Guidelines von Groundspeak nicht gefallen, der kann sich ja auch auf anderen Plattformen anschauen…
Nun wurde jedoch Der kleine Bergmechaniker von den Ownern selbst ins Archiv geschickt. Aus dem Log der Owner kann man entnehmen, dass der Frust über entwendete Stationen, aber auch das “Anschwärzen” beim Reviewer seinen Teil dazu beigetragen hat. Vielleicht wollte man so auch einer Archivierung durch den Reviewer zuvor kommen. Bei der aktuellen Null-Toleranz-Linie einiger Reviewer der Reviewer wäre dieser Cache ins Archiv gewandert, wenn nicht das Final oder die ein oder andere Station umgebaut werden würde. Das ganze wäre jetzt auch nicht unbedingt einen Blogartikel wert, wenn es das denn überhaupt ist, wenn es sich bei dem Cache nicht um einen der favoriesiertesten des Ruhrgebiets handeln würde. Mit seinen 1390 Favoritenpunkten (71% für die Prozente-Zähler) und fast 2500 Funden (vermutlich wird er die in den nächsten Tagen durch “nachloggen” noch erreichen) zieht er auch Teams aus dem weiteren Umfeld an…doch das wird nun wohl Geschichte bleiben. Selbst wenn die Ownern den Cache umbauen würden, so wäre er immer noch ein handwerklich und unglaublich kreativer Cache, auch wenn ein Highlight am Final fehlen würde…das ist aber vielleicht nicht bei allen anderen Caches der Fall, die ebenfalls die Guidelines, nennen wir es dehnbar, auslegen.

Ich habe mal einen Blick in mein eigenes Profil geworden und mir die 60 Caches mit den meisten Favoritenpunkten mal etwas durch den Kopf gehen lassen. Von diesen 60 Caches müssten etwa 40-45 wegen Regelwidrigkeit in irgendeiner Form archiviert werden, bzw. hätten so nie veröffentlicht werden dürfen. Der Klassiker dabei ist natürlich das Graben…

…ein gängiges Versteck im Ruhrgebiet ist mit Sicherheit der Bodencontainer. Dieser zeichnet sich nicht unbedingt durch Kreativität aus und macht einen schlechten Cache nicht besser, zeigt mir aber, dass der Owner zumindest irgendwie handwerklich aktiv wurde. Einige der hoch favorisierten Caches sind jedoch selbst eingegraben. Sei es nun ein dort installierter Stromkasten (2 Stück insgesamt), fest installierte Rohre oder Pfosten, “ebenerdig” hingestellt 240l Mülltonnen oder ähnliches. Diese Caches wären nicht durch einen regelkonformen Umbau zu retten – es hätte sie nie gegeben. Gerne würde ich an der Stelle Bilder zeigen, wie liebevoll so etwas gestaltet sein kann – lasse es aber lieber.
Auch frage ich mich, wie beispielsweise bei “elektronischen Spielerein”, die durchaus den ein oder anderen Aha-Effekt hervorrufen können, oder erwachsene Menschen dazuverleiten nachts um halb drei “boah is dat geil zu rufen”, installiert werden sollen, wenn nicht die Kabel ggf. unterirdisch verlegt werden. Würden oberirdische kabel nicht sogar eine Falle für Tiere darstellen (Achtung überspitzt)?

Ein weiterer Grund, weshalb ein Großteil der hoch favorisierten Caches nicht hätten veröffentlich werden dürfen ist die Location. Privatbesitz, meist Lostplaces. Hier macht zumeist die Location den Reiz aus. Richtig “kreative” Caches habe ich da bisher selten erlebt. Die Führung durch die Gebäude verläuft häufig als Bildersuche, oder manchmal ist gar der Weg bis zum Final via Spraydose gekennzeichnet – manchmal auch beides. Hier gibt es eigentlich auch nichts zu diskutieren. Ich persönlich schaue mir daher LPs daher sogar lieber ohne Dose an. Komisch, dass solche Caches dann sogar “Geocache of the Week” werden konnten?

Ein weiterer Klassiker ist der Baum – bzw. der Nagel/die Schraube im Baum. Hier muss ich sagen, sind mir auch einige Caches eingefallen, bei denen handwerkliche Kreative Stationen eben an Bäumen befestigt waren. Hier sind auch einige Beispiele dabei gewesen, bei denen ein regelkonformer Umbau nicht ohne weiteres möglich gewesen wäre – ohne dass der vielleicht “entscheidende Pfiff” verloren gegangen wäre.

Das alles führt mich dann zu der Frage – beschränken die Guidelines die mögliche Kreativität eines Owners? Der Geocacher an sich ist aber auch nicht einfach. Zum einen möchte er interessante Ecken gezeigt bekommen, die wohl bereits nahezuflächendeckend bedost sind, zum anderen gibt es seit Jahren einen höher, schneller, ausgefallener-Trend. Gleizeitig geht der Trend jedoch zu einfachen mehr oder minder langen Trails mit zahlreichen Dosen und dann auch noch zum Naturschutz.
Das heißt der Geocacher an ,und erst recht die Reviewer, sitzen zwischen einer Vielzahl von Stühlen. Folgt man den Grundsätzen des Naturschutzes, so ist es kein Wunder, dass man jegliches Graben und Bohren verbietet. Das kann aber meines Erachtens auf Kosten der Kreativität gehen – zumindest in seiner bisherigen Form. Es gibt zweifellos Beispiele wo das eine das andere nicht ausschließt – mehrheitlich bisher leider schon. Und ich muss für mich sagen, es sind eben diese kreativen Dosen, die mich dieses Spiel weiterspielen lassen. Ich möchte mich gerne an handwerklichen, kreativen Dosen erfreuen und es wäre schade um einige dieser nicht regelgerechten Caches.
Leider favorisiert der Geocacher scheinbar auch eben solche nicht-guideline-konformen Caches, auch wenn er die Trails häufiger sucht. Und an dieser Stelle erfolgt dann der Bruch zwischen den ethischen und moralischen Grundsätzen der Geocacher. Ethisch gesehen steht der Naturschutz an erster Stelle, moralisch ist an dem Cacheerlebnis nichts auszusetzen. Nun erfolgt aber, zumindest regional, ein Eingreifen der Reviewer. Man könnte es sogar als eigengöttlichen Eingriff bezeichnen, um das durchzusetzen, was der Geocacher eigentlich will – naturverträgliche Caches. Ich frage mich jedoch, ob 10 Cacher, die einen Powertrail laufen der Natur nicht mehr schaden als ein Bodencontainer und 3 Cacher, die ihn suchen.

Vielleicht ist das nun ein weiteres Resultat der stetig steigenden Cacheranzahl, der stetig steigenden Cacheanzahl und dem damit stetig steigendem Konfliktpotenzial. Die Stadt Dortmund schrieb mir einst, solange sich Geocacher an die eigenen Regeln halten gibt es keinerlei Probleme, höchstens bei Nachtcaches. Vielleicht ist das dann der Weg, der in Zukunft beschritten werden muss – und das eben mit einer Null-Toleranz Linie; Kollateralschäden eingeschlossen.

Meineserachtens gibt es ganz andere Baustellen, bei denen die Reviewer die Guidelines strikter auslegen sollten. Da sind die Caches an Schulen, Spielplätzen und sensiblen öffentlichen Bereichen. Da sind die Bahnhöfe, und Brücken usw. Das sind Punkte, an denen dem Geocaching auch in der Öffentlichkeit mehr geschadet wird, als den 0,5qm Boden. Doch vielleicht steht ja gerade das auf dem göttlichen Plan für 2014, wenn es sich rumgesprochen hat Schäufelchen und Schräubchen zuhause zu lassen.

Es wird nicht aufhören, dass Dosen aus diesen Gründen im Archiv verschwinden und es werden bestimmt auch noch mehr werden. Der Geocacher wird auch sensibler werden solche Dosen zu melden. Sei es aus seiner Natur heraus, oder weil auch eine seiner Dosen daran glauben musste, oder aus Überzeugung. Zu einem führten die endlosen Diskussionen im Geoclub nämlich 1, 2, 3,… – das scheinbar eine Selbstkontrolle bei den Geocachern einsetzt; auch wenn sich das viele nicht in der Form wünschen. Doch es nützt nichts über die Reviewer und die Regeln zu schimpfen. Vielmehr sollte man sich selber fragen, was habe ich in meiner Laufbahn alles falsch gemacht, was hätte ich anders machen können, oder kann es jetzt noch ändern – und nicht zuletzt: was habe ich dazu beigetragen, dass Geocaching sich nun so entwickelt?

Ich hoffe weiterhin auf die kreativen Caches, die die einem im Gedächtnis bleiben, die wo einem der Owner etwas zeigt, was man so noch nicht gesehen hat. Ich hoffe, dass es die auch weiterhin geben wird, und nicht nur die Tradi-Runden, die magnetischen an der Leitplanke, die einem nichts interessantes zeigen…aber einfacher wird es für Owner nicht.

Da klinkt man sich einmal aus…

…und schon dreht sich die Geocaching-Welt anders…oder sie dreht durch.
Dank eines Umzuges, beruflichen und familiären Verpflichtungen und einer gehörigen Portion Desinteresses am Dosensuchen habe ich mich für ein paar Wochen zurückgezogen – keine Blicke auf irgendwelche Cachekarten, kein Stöbern im Forum und höchstens ein paar vereinzelte Dosen im Urlaub, die nach ein paar Wochen auch erst nachgelogt wurde…zumindest zu Großteil.

Die Zeit tat gut und vielleicht war sie auch nötig. Um so überraschter war ich, als ich irgendwann mal wieder www.geoclub.de in den Browser eingab – hier hat sich ja einiges verändert. Das Forum ist nun umgezogen und auch der Aggregator war plötzlich verschwunden.

Und dann drehen nun gerade scheinbar einige durch.
Erst wird ein Cache zwangsarchiviert und dann reagieren scheinbar zahlreiche mit einer Art Owner-Streik. Ich gebe zu, ich habe nicht alle 60-Seiten gelesen, aber konnte mir auch nach 20 Seiten keinen Reim darauf machen, was der Zweck sein sollte. Auch wenn der Reviewer sich hier vielleicht nicht nur mit Ruhm bekleckert hat, so habe ich die Aktion nicht ganz verstanden. Ich glaube außerdem, dass kaum einer, der nicht im Forum mitgelesen hat, hat etwas davon mitbekommen…geschweige denn jenseits des großen Teiches im HQ.

Aber es wäre ja langweilig, wenn dann schon Schluss wäre…mit einer akribischen Arbeit wurden statistische Auffälligkeiten gefunden, dass Cacher A scheinbar überproportional häufig Caches gefunden hat, die anschließend von Eigengott ins Archiv geschickt wurden. Wer will, kann es gerne mal nachlesen. Wer nicht will, der verpasst auch nicht viel, außer etwas Dramatik, etwas Krimi, etwas Sockenpuppen-Romantik…
Aber nein, damit noch nicht genug. Nun ist etwas ganz verwerfliches herausgekommen (im selben Thread ein paar Seiten früher). Ein Reviewer archiviert den Cache eines anderen Reviewers, weil der Cache vergraben ist.

Wenn das nun die Neuigkeiten sind, die scheinbar einen Teil der Geocaching-Welt so sehr bewegt, dass mitunter persönliche Anfeindungen entstehen, dann klinke ich mich gerne wieder aus. Suche einfach ein paar Dosen die mir gefallen und mache eines: just geocaching
Scheinbar sind die Zeiten vorbei, in denen sich die sog. Community über neuste GPRS austauschte, in denen Cacheempfehlungen und Tipps ausgetauscht wurden.
Heute wird mit dem Finger auf Caches gezeigt, die nicht den Guidelines entsprechen. Wem die Guidelines nicht gefallen, der kann ja die Plattform wechseln. Wenn ich ein SPIEL spielen möchte, dann muss ich auch mit den Regeln klarkommen – oder etwas anderes spielen. Aber man zerfleischt sich lieber in Foren und investiert scheinbar einen Haufen Zeit, um scheinbare Verräter zu enttarnen…

Geht doch einfach in den Wald, nehmt die Familie mit, macht ein Picknick und findet ganz nebebei paar Dosen…

Das Märchen der Kommunikation mit Jagd und Forst

Zum Hintergrund:

Über ein halbes Jahr Planung, etliche Arbeitsstunden und mit Sicherheit ein nicht zuverachtender dreistelliger Betrag wurden seitens mehrer Owner investiert, um einen Geocache auszulegen. Im Vorfeld informierte man sich über angrenzende Naturschutzgebiete und hielt auch Rücksprache mit einem Reviewer. Am Ende verlief die Wegführung am Rande des Naturschutzgebietes, dass natürlich auch nicht betreten werden musste. Der Cache wurde veröffentlicht und alle waren glücklich…bis 72h nach der Veröffentlichung die Archivierung kam. Der Jagdaufseher hatte angemerkt, dass sich die Stationen im Naturschutzgebiet, in Wildeinständen und Wildwechselbereichen befindet und umgehend entfernt werden müssen, ansonsten droht ein Ordnungswidrigkeitsverfahren…

Nach etlichen Telefonaten mit diversen Behörden (zum Teil hatte ich Personen mehrfach am Telefon), hatte ich endlich den Jagdaufseher am Telefon. Dieser bestätigte mir, dass alle Stationen sich im NSG befinden, auch wenn die Karten vielleicht etwas anderes zeigen. Er selbst wurde vom “Koordinator für Geocachingangelegenheiten” der Stadt darüber informiert und hat sich die Stationen auch vor Ort angeschaut. Dementsprechend wurden alle Stationen wieder eingemottet und stapeln sich gerade in diversen Kellerräumen und Garagen…

Das hat mich dazu gebracht, die Umweltämter der Ruhrgebietsstädte anzuschreiben und zu fragen, ob auch diese einen “Koordinator für Geocachingangelegenheiten” haben, der einem vielleicht im Vorfeld der Cacheplanung einen Kontakt zu einem entsprechenden Revierförster/Jäger oder einer sonstigen Person vermitteln kann. So wäre es möglich sich eben über jene Wildeinstände, Wildwechselzonen und abweichende Ausdehnungen der NSGs zu informieren. Da ja im Augenblick der Begriff der “Kommunikation” mit Jagd und Forst en vogue ist, wäre es doch mal schön zu wissen, mit wem man denn kommunizieren müsste, um ggf. an eine ortskundige und zuständige Person zugelangen.

Die Resonanz ist jedoch eher ernüchternd. Während ich in gleich zwei Städten abbliztze, mit dem Verweis mich an das für mich zuständige Umweltamt zu wenden, erhielt ich wenig hilfreiche Links zum Naturschutzgesetz, Landesjagdgesetz usw…mit soetwas hatte ich ja schon nach dem Bericht von “Das lange Suchen” fast gerechnet.
Fazit: Bei 14 Umweltämtern konnte ich bisher keinen Ansprechpartner ausfindigmachen, über den Geocacher eine ortskundige und zuständige Person ermitteln können. Selbst der “Koordinator für Geocachingangelegenheit” dient eher der Kommunikation zwischen Jägern und Reviewern.
Allgemein findet man es gut sich im Vorfeld zu informieren, sieht sich jedoch personell außerstande als Ansprechpartner zu fungieren. Ironischer Weise kamen auch Anmerkungen, dass man es von Geocachern nicht erwarten könne erst einen “bürokratischen Weg durch die Instanzen Jagdaufsicht, Landschaftsbehörde, obere Forstverwaltung usw. auf sich zu nehmen, um mit dem Förster einen Außentermin zu vereinbaren.” Außerdem besteht seitens der Umweltämter auch kein Handlungsbedarf, solange die eigenen Regeln eingehalten werden (auch Links zu den Guidelines waren dabei, oder diese wurden zitiert). Dabei zeigten einige Umweltämter sogar offen für ein Verlassen der Wege in NSGs von wenigen Schritten (“man kann ja schlecht eine Dose auf dem Weg verstecken”). Nur Nachtcaches, dass sollte nicht sein.
Weiterhin wurde angemerkt, dass man durch die Schaffung von Kommunikationsstrukturen keine Verbesserung der Situation erwartet, da auch vergleichbare Ansprechpartner seitens der Geocacher fehlen und Geocaching ein hochgradig individuelles und dezentralorganisiertes Hobby ist.

Wenn die Kommunikation also nur darauf ausgerichtet ist, dass Jagdpächter, Forster, Schutzwarte,…(hier eine beliebige Personengruppe einsetzen), Caches archivieren können, jedoch eine Kommunikation zwischen Geocachern und Jägern/Förstern/usw. nicht angestrebt wird, dann sind langfristig auch alle Bemühungen zu einer verbesserten Kommunikation ein Märchen. Ein Märchen, das man sich gerne in den Kreisen der Geocacher erzählt, man trägt es auch gerne außen, vielleicht aus Angst vor weiteren Verboten.
Damit bleiben für mich die vereinzelten “Positiv-Meldungen” einer erfolgreichen Kommunikation das was sie sind – lokal sehr engumrissene Ergebnisse sehr engagierter Geocacher und offener Jäger/Pächter.

Vielmehr müsste eine verstärkte Selbstregulation seitens der der Community erfolgen. Dies setzt natürlich auch eine entsprechende Sensibilisierung der Community voraus, was auch alleine durch die andauernde Auseinandersetzung mit der Thematik erfolgt. Hier scheint man also den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Mit Groundspeaks Firmenpolitik des expansiven Wachstums sehe ich eine solche greifende Selbstregulation, die zu einer Entspannung der Lage beiträgt, jedoch nicht.

Geomüll dank NA

Dank “auto-renewal” bin ich ja noch PM und eine Premium-Mitgliedschaft soll sich ja auch lohnen. So habe ich nun endlich mal…nach gut 4 Jahren…mir meine erste Notification eingerichtet. Da mich neue Caches nur bedingt interessieren, habe ich mir eine Benachrichtigung für NA-Logs erstellt.

Es ist schon interessant, was da so alles binnen weniger Wochen eintrudelt. Wie zu erwarten waren ein paar NA-Logs dabei, bei denen der Tradi weg war, vereinzelt wegen Geocaches an und auf Schulen/Kindergärten und auch einer, weil der Weg wohl zu weit zum laufen ist…

Was mich jedoch ins Grübeln brachte waren NA-Logs bei nicht/schlecht gewarteten Caches. In der Regel ist das Logbuch voll und feucht und der Owner z.T. seit Jahren nicht mehr angemeldet.

Ohne Frage ist daher die “Lebensdauer” der Caches offensichtlich erreicht, oder überschritten, auch wenn er noch fleißig gefunden wird. Dank des Regelwerkes ist aber nun ein Reviewer gezwungen dem Owner, der ja nicht mehr aktiv ist, mit einer Archivierung zu drohen. Wie es weiter geht ist leider abzusehen. In 30Tagen kommt die Reviewer-Keule, der Cache verschwindet von der Karte und der Rest verbleibt an Ort und Stelle. Bei der aktuell hohen Fluktuation von Neulingen, die das Hobby ausprobieren und später fallen lassen, wird damit in Zukunft sicher weiter zu rechnen sein.

Wäre es in solchen Fällen nicht sinnvoll den Cache tatsächlich einfach mitzunehmen und ggf. zu verwahren, falls der Owner sich doch noch meldet? Wäre es nicht sinnvoll einfach mal einen Zettel reinzulegen, oder einen PETling fallen zu lassen…doch einen Log abzusenden geht ja schneller und Gedanken muss man sich dann auch keine mehr machen…andere werdens schon richten.

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