Für vier Nächte ging es rund um Ostern in die Hauptstadt Tschechiens – nach Prag.
Neben den obligatorischen Touristenprogramm sollte die ein oder andere Dose natürlich nicht fehlen und bereits im Rahmen der Vorbereitung wurden Listings studiert, GPX-Datein generiert und aufs Handy und GPS gezogen.
Los ging es am morgen mit einer verdächtig kleinen Maschine – die bisher kleinste Verkehrsmaschine, mit der ich unterwegs war. So klein wie die Maschine war, so klein war aber auch der Preis. An Board gabs Karamelgebäck als Snack und nach 1,5h und einem holprigen Landeanflug erreichte man Prag.
Für den Transfer zum Hotel reservierte ich online bereits ein Taxi für 22€ - egal wo das Hotel liegt. Das sollte sich auch auszahlen, unsere Sitznachbarn vom Flug nehmen immer eins direkt vom Flughafen und zahlten immer 40-50€ für den Transfer.
Das Drei-Sterne Hotel, 10 Gehminuten von der Karlsbrücke entfernt, war preislich mit 53€ für das Doppelzimmer und Frühstück günstig, auch wenn die Ausstattung natürlich nicht den Fotos entsprach, die Zimmer einen neuen Anstrich vertragen hätten und auch das Bad etwas moderner hätte sein können. Für die Nächste sollte es aber auch angesichts des Preises ausreichen.
Nach der Ankunft ging es direkt zur ersten Gebietserkundung. Die Verkehrmittel der Wahl sind die Füße und der ÖPNV. Prag verfügt über ein außerordentlich gutes Netz von Tram, Bus und Metro – und mit 110 Kronen (ca. 5€) für das Tagesticket zu einem sehr günstigen Preis. Apropos Geld: wer vor Ort Geld wechselt, der sollte unbedingt die einzelnen Banken und Wechselstuben vergleichen. Am besten Fragen, wieviele Kronen man für 50/100 Euro erhält. Beim Fragen ergaben sich bei mir Unterschiede von bis zu 16% (siehe auch).
Los ging es in den nahegelegenen Petrin-Garten. Mit GC1E51 und GC30DYK gibt es dort gleich zwei Caches, die einen mit einer tollen Aussicht über Prag belohnen (auch sehr im dunkeln zu empfehlen). Für den Aufstieg auf den 327m hohen Hügel gibt es zwar auch eine Seilbahn…aber den schafft man auch noch so.
Wer will, der kann von dortaus auch in Richtung Prager Burg schlendern. Unterwegs kommt man dabei am Balkon der deutschen Botschaft und damit auch an einem auch an einem Stück deutsch-deutscher Geschichte vorbei, der sich auch der Cache “Walking Trabant SP1” widmet. Wer den gemacht hat, der weiß auch wie die Prager an QTA-Stationen kommen. Solche findet man ein paar mal. Weiter hoch in Richtung Burg soll sich auch der Cache GC45832 verstecken – blieb mir aber trotz zweier Versuche verborgen. Im Gegensatz zu zahlreichen Caches in der Prager Innenstadt ist hier das Listing auch nur auf tschechisch – und da die slawischen Sprachen gefühlt nichts mit den germanischen Sprachen gemeinhaben, hat auch der Hint nicht geholfen. Es fällt auf, dass in Prag die meisten Listings von der Länge sehr ausführlich sind. Meist gibt es aber für Touristen eine englische kurze Zusammenfassung, sowie einen englischsprachigen Hint. Verlässt man jedoch das unmittelbare Zentrum kann man sich nicht mehr darauf verlassen.

Ein Besuch der Burg sollte jedoch gut geplant sein. Der Besuch ist ersteinmal kostenlos, auch einen Blick in den Veitsdom kann man kostenlos werfen. Wer jedoch Beispielsweise die Dauerausstellung und das goldene Gässchen besuchen möchte, der benötigt ein Kombiticket für 250 Kronen (ca. 10€). Ich würde aber einen zweiten Besuch ab 18Uhr empfehlen. Dann sind zwar bereits die Geschäfte und Ausstellungen geschlossen, wir kamen aber noch in den Veitsdom hinein und man kann auch das goldene Gässchen umsonst betrachten. Leider sit ein Besuch der Daurausstellung oder des Goldenen Gässchens nicht alleine buch-/bezahlbar.

Ich muss gestehen, wir hatten überlegt, ob wir für das goldene Gässchen das Kombiticket kaufen – im Nachhinein hätten wir uns vermutlich geärgert. Die Häuser sind schön, doch die Geschäfte und angebotenen Handwerkswaren sind die gleichen wie an anderen Stellen. Für eine besondere Atmosphäre am Abend sorgt auch die Tatsache, dass man dann dort fast alleine ist.
Für den Weg herunter empfehle ich den östlichen Ausgang. Wer mag kann hier auch durch einen Weinberg gehen – auch wenn bei Wintertemperaturen nicht viel zu sehen war. Für den Weg nach unten gibt es im übrigen auch einen Wherigo, bevor man dann an einem interessanten Earthcache auskommt. In der Nähe findet man mit dem Cache GC1TTFZ übrigens eine Attraktion, die nicht im Reiseführer steht. In unmittelbarer Nähe kann man Abends übrigens auch einen hervorragenden Blick auf die Karlsbrücke werfen, der gleich mehrere Caches gewidmet sind…an der Stelle, wo auch die Schwäne und Enten gefüttert werden darf man aber keine Angst vor Ratten haben.

Einen tollen Blick auf das nächtliche Prag hat man auch vom “Pavilon 1891” – Vogelhäuser werden auch in Prag als Cacheversteck genutzt.
Nach diesem Tag ging es auch schon in die Abendplanung. Etwas Essen und dann in das Prager Nachtleben eintauchen. Essen und trinken kann man in Prag im übrigen recht günstig – auch wenn es nicht mehr so billig ist, wie in unserem etwas in die Jahre gekommenen Reiseführer.
Der zweite Tag stand fest im Zeichen der Altstadt,
bzw. des östlichen Moldauufers. Hier finden sich zahlreiche sehr interessante und beeindruckende Stationen unseres Besuches. Über die Karlsbrücke gelangt man durch den Brückenturm zum Altstädter Ring. Hier pulsiert das Leben – und auch die Scharen der Touristen sind hier zu finden. Vor der Astronomischen Uhr und auf dem Old Town Square boten allerlei Künstler ihre Waren und Künste an und auch das jüdische Viertel ist füßläufig zu erreichen. Für eine Führung durch das jüdische Viertel bietet sich der Geocache GC18TGC an. In der Nähe befindet sich mit dem “The smallest House of Prague” auch ein Cache, der zumindest Coins aufnehmen kann. Einen Eintritt für das jüdische Museum und den Friedhof sollte man sich aber gut überlegen. Schnell ist man 15€ los, aber richtig was zu sehen gibt es außer Touristenmassen nicht. (siehe auch ein Artikel hierzu).
Ein weiterer, etwas südlich gelegener Tradi, der auch TBs aufnehmen kann ist GC2X037, der dem tanzenden Haus gewidmet ist und schön konstruiert ist.
Cachen in der Innenstadt von Prag führt einen durchaus an Stellen, an denen man sonst womöglich vorbeigehen würde, zuviel darf man aber nicht erwarten. Meist sind es klassische magnetische Filmdosen – mal an Regenrinnen, mal an Litfasssäulen, oder auch unter den Kappen von Verkehrsschildern – nichts was man nicht kennt, oder ich konnte es nicht finden
Tag 3 sollte uns ins Umland führen. Ursprünglich war ein Ausflug ins nahegelegene Naturschutzgebiet Divoka Sarka geplant. Der Besuch im Nationalmuseum am Wenzelsplatz war doch etwas enttäuschend; ähnlich auch der Cache; da das Museum noch bis 2016 saniert wird und nur eine reduzierte Ausstellungsfläche, die sich auf die Zeit der Monarchie beschränkt, hat. Daher haben wir uns für einen weiteren kulturellen/geschichtlichen Ausflug nach Theresienstadt entschieden.
Wir wollten die Anreise mit den ÖPNV versuchen. Es werden zwar auch geführte Touren für ca.50€ angeboten, doch bei Anreise mit ÖPNV und Eintritt liegt man zusammen bei 288 CZK (ca. 12€). Mit der Metro ging es zum Busbahnhof Florenc. Die Rolltreppen in der prager Metro sind übrigens ein Highlight – sehr steil, sehr lang und bei hohem Personenaufkommen auch sehr schnell. Entgegen zahlreichen Internetberichten fährt der Bus nach Terezin aber nicht mehr ab Florenc, sondern jetzt nur noch ab dem Bahnhof Nadrazi Holesovice (Bussteig 7 88CZK einfache Fahrt). Unbedingt sollte man sich aber auch erkundigen, wann der letzte Bus zurück fährt.
Der moderne Reisebus bot auch freies Wifi, wie fast alle Hotels, Restaurants, Bars und auch Kneipen in Prag. Auf Roaming-Gebühren oder eine Prepaid-Karte ist man also nicht angewiesen.
Nach etwa 50min Fahrt erreichten wir die ehemalige Festung Terezin. Dort gibt es zwei Haltestellen, die erste an der kleinen Festung, die zweite in der großen Festung. Im Nachhinein würde ich unbedingt die zweite empfehlen, die sich in unmittelbarer zum Ghetto-Museum befindet und für den Rückweg an der kleinen Festung zusteigen.
Sowohl die Stadt, wie auch die einzelnen Ausstellungen waren überraschend leer. Ich würde schätzen, dass sich an diesem Tag etwa 50 Touristen in Theresienstadt befanden. Im Ghetto-Museum erhält man auch einen Orientierungsplan, der einen durch die Stadt zu den einzelnen Stationen lotst.
Einzig der Aufbau und die Strukturierung der Gedenkstätte in der kleinen Festung war etwas irreführend. Hier fehlt es an Wegweisern/Lageplänen und Infotafeln, so dass wir mit Sicherheit nur einen Bruchteil gesehen haben. Diese Erfahrung teilten mit uns uns auch ein französisches und ein us-amerikanisches Päarchen, die ebenfalls mit dem Linienbus anreisten. Einen besonders faden Beigeschmack hinterließ aber eine Gruppe deutschsprachiger Holocaustleugner.
Auch dort gibt es natürlich auch Geocaches zu finden. Wer sehr viel Zeit hat und gut zu Fuß ist, der kann auch einen Rundgang um das Festungsgelände, bestehend aus zahlreichen Tradis, absolvieren. Ich bin jedoch lediglich GC2WDX1 angegangen (unbedingt vorher einen Blick auf GoogleEarth werfen) – mehr wollte ich dort nicht spielen und für mehr blieb auch keine Zeit. Terezin scheint aber auch eine Event-Hochburg zu sein. Aktuell sind dort 6 Events (alle am 25.5. und z.T. T5) und 2 CITOs (eins auch am 25.5.) gelistet.
Mit dem vorletzten Bus (man will ja auf Nummer sicher gehen) ging es zurück nach Prag.
Der letzte Tag bestand aus Bummeln, Stadt genießen und der Erholung von unzähligen Kilometern und Eindrücken. Obwohl wir zahlreiche Plätze und Straßen an diesem Tag zum dritten oder vierten mal entlanggegangen waren, entdeckte man an jeder Ecke wieder einen kleinen Laden, wieder eine neue kleine Gasse, wieder etwas neues. Beim bummeln fiehl auch auf, dass das Preisniveau für Kleidung der hier gängigen Marken in Prag ähnlich hoch, oder auch über deutschem Niveau liegt.
Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück bereits zurück zum Flughafen. Dort sollte man unbedingt den Cache in der Ankunfthalle mitnehmen. Ein small, der sich sehr passend in das Forum Havlum einbettet. Etwas außerhalb findet man mit GC25W1Y einen weiteren, etwas größeren Cache. Bodencontainer scheinen also doch keine deutsche Spezialität zu sein.
Wie das mit dem Urlaub so ist…meist ist er zu
schnell vorbei. Wir haben vieles gesehen von Prag, aber bestimmt auch einiges verpasst. Die Zeit verging wie im Flug und der Aufenthalt hätte durchaus etwas länger sein können – vielleicht kommt man ja auch mal wieder, denn Prag ist mindestens eine Reise wert. Viele Caches konnten gefunden werden, auch wenn einige geplante Caches aus der Vorbereitung nicht dabei waren. Geocachen stand nicht im Vordergrund der Reise, ließ sich in Prag problemlos mit dem Sightseenig kombinieren.